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Berglauf WM 2007 in Ovronnaz, Wallis

In Ovronnaz VS fand vor einigen Wochen, am 15. September (gerade mein Geburtstag ;-), die Berglauf WM über die Kurzdistanz statt. Es war seit langem wieder die erste WM oder EM in der eher unbekannten Leichtathletiksparte Berglauf, welche in der Schweiz ausgetragen wurde. Wie jeder internationale Grossanlass im eigenen Land, war auch dieser ein spezielles Erlebnis, auf welches ich positiv zurückblicken kann.
Doch wie kam ich überhaupt dazu an einer Berglauf WM teilzunehmen, und wie konnte ich mich dafür qualifizieren? In meiner Freizeit bestreite ich ab und zu Bergläufe der Jura Top Tour hier in der Region. So konnte ich mich letztes Jahr, wenn auch eher zufällig, für die Berglauf WM in der Türkei qualifizieren. Dieses Jahr lief alles ein wenig geplanter ab. Im Juli wurden alle letztjährigen Teilnehmer, sowie einige weitere starke Bergläufer zu einem kurzen Trainingslager über ein verlängertes Wochenende nach Ovronnaz eingeladen. In dem Qualifikationslauf auf der Originalstrecke konnten sich dann die Läufer für die WM selektionieren.
Die Berglaufrunde.Am 14. September ging es endlich los. Die Athleten und Betreuer des Schweizer Teams trafen so gegen Mittag, je nach Wohnort nach einer mehr oder weniger langen Reise, in Ovronnaz ein. Nach einem leichten Footing, um die Beine für den folgenden Ernstkampf noch etwas zu lockern, ging es dann gemeinsam zur Eröffnungszeremonie. Diese verlief aber nicht ohne Zwischenfälle. Als alle Läufer und Trainer nach dem obligaten Einmarsch ins dortige „Leichtathletikstadion“ sich schon wieder zu langweilen begannen und sich fragten, was jetzt noch kommen würde, sprangen hoch oben am Himmel (ca. 4000m Höhe) Fallschirmspringer aus einem Kleinflugzeug. Jeder hatte am Bein eine Flagge einer Nation (insgesamt ca. 40) befestigt. Eigentlich sollten alle nacheinander auf dem Fussballfeld in der Mitte der Leichtathletikbahn landen. Viele schafften es, wenn auch nur knapp. Die Restlichen landeten, wegen dem böigen Wind in der Höhe, irgendwo nebenan im Hang oder im Wald. Alle kamen aber nach einiger Zeit unversehrt mit ihrer Fahne, welche dem jeweiligen Teamchef übergeben wurde, zurück ins Stadion; bis auf den „Schweizer“. Er hatte sich bei seiner Missglückten Landung, wie dann beim Abendessen bekannt wurde, beide Beine gebrochen. So endete der erste Tag mit einer nicht all zu erfreulichen Nachricht, und unser Team musste ohne Schweizerfahne ins Hotel zurückkehren.
Das Höhenprofil einer Runde.Jetzt vielleicht doch noch kurz etwas zum folgenden Tag und dem WM Lauf, was ja eigentlich der Grund ist, weshalb ich diesen Bericht hier schreibe. Ich als Junior musste am Samstag mit 3 weiteren Schweizer Athleten um 11 Uhr morgens zum Start antreten. Der Lauf führte über zwei Runden von je etwas mehr als 4 km und 316m bergauf und bergab. Die Juniorinnen, Damen und Herren hatten eine, beziehungsweise zwei und drei Runden zu bestreiten. Die Berglauf WM wird jedes Jahr immer abwechslungsweise einmal als Circuit (up und down) und einmal als klassischer Berglauf (nur uphill) ausgetragen. Die Strecke in diesem Jahr war insofern speziell, dass sie, nach einem eher „flachen“ Anfangsteil, eine sehr steile (über 150 m Höhendifferenz) Skipiste hinaufführte. Über einen wiederum sehr steilen, schmalen und holperigen „Zickzackweg“, wo man die Kurven sogar noch schneiden konnte, gelangte man dann wieder zum Start beim kantonalen Sportzentrum VS zurück. Auf der deutschen Homepage „berglaufpur.de“ wird die Strecke mit teilweise über 30% Gefälle, nicht ganz zu unrecht, als „hirnrissig“ bezeichnet. Nach einem Massensturz bei den Junioren musste dann für die später gestarteten Elitekategorien die Strecke mit Absperrungen auf der Downhillpassage etwas entschärft werden. Ich blieb aber glücklicherweise von all dem verschont und konnte das Rennen als 29. von 76 Läufern (2. Schweizer) mit einer Zeit von 39:17 beenden. Bei den Herren gab es eine kleine Überraschung. Die Schweizer Läufer wurden dank zwei Top 10 Plätzen und weiteren zwei guten Resultaten 3. in der Teamwertung. Bei den Damen gab es einen ausgezeichneten 7. Platz zu verzeichnen. Die vollständigen Ranglisten sind übrigens im Internet unter http://services.datasport.com/2007/lauf/cmm zu finden. Am Abend stieg dann noch die berühmt berüchtigte WM Party, welche sich bis in die frühen Morgenstunden hineinzog. Nun, damit gehörte die diesjährige Berglauf WM auch schon wieder der Vergangenheit an und ich hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder an ihr teilnehmen darf.

Christian Hohl