Nordpfeil
home DESIGN BY THOMAS
top bottom

Nächste Termine

Di 8.12.20 Hallentraining Sa 12.12.20 Wnter-Kartentraining Di 15.12.20 Hallentraining

WOC Ukraine 2007, Kiev (3)

Dienstag, 21.8.2007

Ines Brodmann is out...

Gestern fand die Mitteldistanz Qualifikation auf der Karte Bortnichy statt. Ich freute mich, endlich meinen Einsatz zu haben, und fühlte mich auch bereit. Mit dem Bus ging es hinaus aus der Stadt und zuerst in das Zielgelände. Dort waren die Vorbereitungsarbeiten noch voll im Gange. Das Ziel wurde gerade aufgestellt aber den letzten Posten konnte man schon besichtigen. Wir liefen weitere 900m bis zum Start. Auch dort wurden die letzten Dinge noch aufgestellt. Am Check-In erhielt man eine kleine Einlaufkarte. Diese war ziemlich speziell, da auf der Karte nichts als ein "Zweier-Grün" kartiert war. Rechtzeitig zum ersten Start war jedoch alles aufgebaut und es konnte los gehen.

Meine Nervosität hielt sich in Grenzen und nach den letzten Worten von Kilian konnte es los gehen. Wir starteten in Dreiergruppen (von jedem Heat eine Person). Drei Minuten vor dem Start bekam man noch eine Startnummer und anschliessend die Postenbeschreibung. Also langweilig wurde es im Startgatter nicht. Nur noch wenige Sekunden bis zum Start und mein letzter Gedanke war: „kontrollierte Startphase“. Bis zum Startpunkt hatte ich Zeit meine Route zum ersten Posten zu planen. Der erste Posten war schon recht anspruchsvoll, gleich ab durchs Grüne. Man musste sich sehr zusammenreisen, um nicht einfach in den Wald zu stürzen, sondern alles genau vorauszuplanen und die Richtung sauber zu nehmen. Meine geplante Route kreuzte kurz einen Weg. Als ich jedoch vor diesem Fluss stand erschrak ich kurz, denn er war voll mit Wasser - sah aus wie ein kleiner schlammiger grüner Fluss. Auch meine Mitstarterinnen blieben kurz stehen und alle entschieden sich ihn zu umlaufen, weil man überhaupt nicht wusste wie tief er war. In diesem Moment hätte ich die Route kurz umplanen müssen, dies tat ich jedoch nicht. Ich bin einfach kopflos dem Fluss ausgewichen und wusste nicht genau wo ich in den Wald stach. So landete ich beim falschen Posten und das Auffangen kostete mich eine Minute. Mein Ziel, zu Beginn gut auf die Karte zu kommen und die Karte zu eichen, hatte ich also nicht erreicht. Zum zweiten und dritten Posten lief ich immer noch unsicher. Der vierte Posten war dann nochmal eine Stufe schwieriger. Ich lief vom dritten Posten richtig weg und kontrollierte gut. Kam dann aber in eine falsche Mulde und es folgte ein Parallelfehler. Ich landete auf einem falschen Weg und fing mich falsch auf. Dieser Fehler kostete mich gute 5 Minuten. Da habe ich schon geahnt, dass die Quali für mich gelaufen war. Jedoch fing ich mich wieder und sagte mir, dass ich mich nochmals voll konzentrieren und bis zum Schluss kämpfen muss. Nun gelang es mir gut immer prospektiv Karte zu lesen und bei einer Unsicherheit auch einmal stehen zu bleiben. Ausser vielleicht kleinen Postenraumfehlern lief ich den Schlussteil sauber durch und kämpfte bis zur Ziellinie. Nun hiess es warten auf die Zeiten der anderen Läuferinnen aus meinem Heat. Schnell merkte ich, dass auch andere grosse Fehler machten. Sogar gut erfahrene Läuferinnen. Ich hoffte also wieder. Lange lag ich dann auf dem 14.Rang bis die letzten beiden Läuferinnen meines Heats mich rauswarfen und der Speaker sagte: „Ines Brodmann is out“. Naja, dieser Moment war hart. Einige Tränen kamen hoch. War's das schon? Und als ich noch sah, dass es in einem anderen Heat mit meiner Zeit gereicht hätte, ärgerte ich mich. Das Gefühl, sich nicht für den Final zu qualifizieren, kannte ich schon gut von der Junioren WM. Auch dann war es hart, jedoch wusste man, dass man noch weitere Chancen hatte an diesem Anlass.

Dank den vielen aufmunternden Worten und Geschenken des Teams und Freunden ging es mir aber schon bald besser. Jetzt freue ich mich jedoch, als Fan im Ziel zu stehen und aus dieser Sicht meine Eindrücke zu schreiben.

Schweizer Glücksbock Nikolai<small>Foto: Ines Brodmann</small>   Aufmunterungsgschänkli von den Swiss-Girls<small>Foto: Ines Brodmann</small>   Aussicht aus dem Zimmer - hier läuft immer was.<small>Foto: Ines Brodmann</small>